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Pressemitteilung des Deutschen Wetterdienstes, Offenbach, vom 29.12.2008:

Jahresrückblick: Deutschlandwetter im Jahr 2008
Erneut ein warmes Jahr voller Abwechslung

Für weitere Informationen » www.dwd.de

Das zu Ende gehende Jahr 2008 verlief in Deutschland erneut recht warm und ein wenig zu trocken. Die Sonne schien dafür etwas mehr als gewöhnlich und machte damit zum sechsten Mal hintereinander Überstunden. Das meldet der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach ersten Auswertungen der Ergebnisse seiner rund 2.200 Messstationen.
Anzeichen der Klimaerwärmung wurden auch 2008 in Deutschland deutlich. Lediglich der September fiel gegenüber der international gültigen Referenzperiode (von 1961 bis 1990) zu kühl aus. Alle anderen Monate verliefen teilweise erheblich zu warm. Januar und Februar waren zwar nicht ganz so mild aus wie 2007, doch zeigten auch sie markante positive Abweichungen. Durch das nahezu vollständige Fehlen einer Schneedecke gehörte der Winter 2007⁄08 in Deutschland zu den schneeärmsten überhaupt. Mehr Schnee und auch Nässe brachten dann März und April, gefolgt von einem trockenen und meist sommerlichen Mai. Auch im Sommer lagen die Temperaturen durchweg leicht über dem Mittel, wobei das Quecksilber nicht ganz so hohe Spitzenwerte erreichte wie in den vergangenen Jahren. Ähnlich wie 2007 folgte danach ein ziemlich durchschnittlicher Herbst.


2008 zählt zu den zehn wärmsten Jahren seit 1901

Noch ist das Jahr nicht zu Ende, doch zeichnet sich wieder eine sehr hohe Jahresmitteltemperatur für Deutschland ab. Hauptanteil daran hatten die Wintermonate Januar und Februar sowie der Mai. 2008 gehört damit zu den zehn wärmsten Jahren seit dem Beginn regelmäßiger Wetteraufzeichnungen im Jahre 1901 und wird sich am Ende vermutlich auf Platz sechs einordnen.
Die Durchschnittstemperatur in Deutschland betrug 9,5 Grad Celsius (°C) und lag um 1,3 Grad über dem langjährigen Mittel von 8,2°C. Bendorf bei Koblenz verbuchte diesmal die höchste Temperatur des Jahres: Am 2. Juli stieg das Quecksilber hier auf 36,4°C. Charakteristisch für 2008 wurde der tiefste Wert nicht in den Wintermonaten, sondern erst im März gemessen: Am 5. März zeigte das Thermometer auf der Zugspitze -23,1°C. Die niedrigste Temperatur im Flachland wurde allerdings am 2. Januar in Reit im Winkl mit -22,6°C erzielt.

Die Niederschlagbilanz fiel 2008 mit etwa 753 Litern pro Quadratme-ter (l⁄m2) leicht negativ aus. Das Soll beträgt 789 l⁄m2. Nassester Ort war die Zugspitze mit insgesamt 2054 l⁄m2, trockenster Ort Alzey (südlich von Mainz) mit 435 l⁄m2. Die höchste Tagesmenge trat bei starkem Gewitterregen am 12. September mit 88,8 l⁄m2 in Roth bei Nürnberg auf. Wie bereits in den letzten fünf Jahren gab es bei der Sonnenscheindauer auch diesmal wieder ein Plus. Durchschnittlich schien die Sonne in Deutschland rund 1603 Stunden. Kap Arkona auf der Insel Rügen führt mit 1991 Stunden die Tabelle an, Manderscheid in der Eifel landete mit 1278 Stunden auf dem letzten Platz.

Die Monate des Jahres 2008 im Einzelnen

Januar 2008:
Der Januar 2008 verlief zwar nicht ganz so extrem wie 2007, doch mit durchschnittlich 3,6°C lag auch er um 4,1 Grad über den Klimawert. Damit rückte er an die sechste Stelle der wärmsten Januarmonate in Deutschland seit Messbeginn 1901. Niederschlagsmenge und Sonnenscheindauer waren mit 68 l⁄m2 sowie 53 Stunden über dem Soll, doch Schnee hatte er nur sehr wenig zu bieten: In weiten Teilen der Republik fiel im ganzen Monat keine einzige Schneeflocke!

Februar 2008:
Auch der Februar brachte in Deutschland verbreitet keinen Schnee und mit durchschnittlich 3,7°C (das Mittel liegt bei 0,4°C) deutlich zu hohe Temperaturen. Dafür landete er mit 121 Stunden Sonnenschein (167 Prozent) auf dem dritten Platz hinter 1975 (132 Stunden) und 2003 (131 Stunden) in der Reihe seit 1951. Die Monatssumme des Niederschlags blieb mit 45 l⁄m2 etwas unter dem Schnitt von 49 l⁄m2. Verantwortlich für das trockene und sonnige Wetter und die Schneearmut im Februar war die Dominanz von Hochdruckgebieten.

März 2008:
Im März behielten dagegen die Tiefs die Oberhand. Dies äußerte sich nicht nur in der Sonnenscheindauer, die mit 102 Stunden niedriger als im Februar blieb, sondern auch in der Niederschlagsmenge von 82 l⁄m2, die das Soll um das Anderthalbfache überstieg. Mit 4,3°C verlief der erste Frühlingsmonat in Deutschland kaum wärmer als die Wintermonate Januar und Februar, lag aber damit immer noch um 0,8 Grad über dem Mittel. Eine kurze winterliche Episode fand ausgerechnet an Ostern (23. und 24.) ihren Höhepunkt.

April 2008:
Der April zeigte sich im Jahr 2008 weit weniger spektakulär als 2007. So blieb die Mitteltemperatur mit 7,7°C um fast 4 Grad unter der des Vorjahres, aber noch um 0,3 Grad über dem Klimawert. Die Sonnenscheindauer erreichte mit 129 Stunden nicht einmal die Hälfte von 2007 und die Niederschlagsmenge übertraf mit 72 l⁄m2 die des vorangegangenen Jahres sogar fast um das 20-fache.

Mai 2008:
Auch der Mai nahm einen völlig anderen Niederschlagsverlauf als im Vorjahr. Hatte der Mai 2007 den bis zu diesem Zeitpunkt nassesten (1983) von der Spitze verdrängt, so kletterte der Mai 2008 mit 30 l⁄m2 auf den vierten Platz in der Rangliste der trockensten Maimonate seit 1901. Außerdem gehörte er mit durchschnittlich 14,5°C (das Mittel liegt bei 12,1°C) auch zu den wärmsten und mit 260 Stunden zu den sonnenscheinreichsten seit dem Beginn von Messungen.

Juni 2008:
Die Abweichungen bei Temperatur, Niederschlag und Sonnenschein zeigten im Juni 2008 in die gleiche Richtung wie im Mai, sie fielen aber nicht ganz so deutlich aus. So entstand trotz zahlreicher Gewitter beim Niederschlag mit 60 l⁄m2 ein Defizit von 25 l⁄m2. Die Temperatur lag mit 17,0°C um 1,6 Grad über dem Schnitt und die Sonnenscheindauer überstieg mit 234 Stunden das Soll um 18 Prozent.

Juli 2008:
Obwohl die Höchsttemperaturen diesmal nur an wenigen Stationen über 35°C stiegen, erreichte der Juli ein Mittel von 17,9°C und fiel damit um 1,0 Grad zu warm aus. Die Sonnenscheindauer wich mit 213 Stunden nur unwesentlich vom Soll (209 Stunden) ab, die Niederschlagskurve zeigte dagegen wieder eine steigende Tendenz: Mit 85 l⁄m2 fiel der Monat um 7 l⁄m2 (um 10 Prozent) zu nass aus.

August 2008:
Einen ähnlichen Verlauf wie der vorangegangene Juli hatte der August: 17,4 statt der sonst üblichen 16,5°C bei der Temperatur und mit 87 l⁄m2 12 Prozent mehr als das Mittel von 77 l⁄m2 beim Niederschlag. Beim Sonnenschein schnitt er allerdings mit 179 Stunden (das sind 91 Prozent) etwas schlechter ab.

September 2008:
Der September war der erste Monat im Jahr 2008, der zu kalt ausfiel: Mit 12,4°C lag die Temperatur um 0,9 Grad unter dem Schnitt. Auch Regenmenge mit 57 l⁄m2 und Sonnenscheindauer mit 125 Stunden blieben hinter den Erwartungen von 61 l⁄m2 und 149 Stunden zurück.

Oktober 2008:
Im Vergleich zum Vorjahr besaß der Oktober 2008 einen völlig anderen Witterungscharakter. 2007 hatte sich der Monat etwas zu kalt, sonnenscheinreich und sehr trocken präsentiert. In diesem Jahr verlief er mit durchschnittlich 9,1°C (Abweichung +0,1 Grad) geringfügig zu mild, die mittlere Sonnenscheindauer wurde mit 97 Stunden nur zu 90 Prozent erreicht, das Niederschlagssoll von 56 l⁄m2 dagegen um 34 Prozent überschritten.

November 2008:
Trotz eines winterlichen Abschnittes in der letzten Dekade fiel der November insgesamt zu mild aus. Die Temperaturabweichung vom Klimawert (4,0°C) betrug 1,0 Grad. Die Niederschlagsbilanz war mit 41 l⁄m2 (das sind 61 Prozent des langjährigen Mittels von 66 l⁄m2) deutlich negativ und auch beim Sonnenschein zeigte sich mit 47 Stunden (88 Prozent des Solls von 54 Stunden) ein Minus.

Dezember 2008:
Anfangs sorgte überwiegend nasskaltes Wetter in höheren Lagen für eine ordentliche Schneedecke. Diese taute jedoch zu Beginn des letzten Drittels weitgehend ab. Die meisten Menschen in Deutschland erlebten wieder nur ein grau-grünes Weihnachtsfest. Dabei wich die Temperatur mit durchschnittlich 1,1°C nur wenig vom Mittel von 0,8°C ab. Die Niederschlagsmenge lag mit 46 l⁄m2 weit unter dem Soll, die Sonnenscheindauer mit 42 Stunden etwas darüber.

Übersicht zur Temperaturverteilung, Niederschlag, Sonnenscheindauer und Trockenheit in Deutschland für das Jahr 2008

Bild: Temperatur Jahr 2008, (Quelle: DWD)

Temperaturkarte des Jahres 2008
(zum Vergrößern die Abbildung bitte anklicken)

(Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Bild: Niederschlag Jahr 2008, (Quelle: DWD)

Niederschlagskarte des Jahres 2008
(zum Vergrößern die Abbildung bitte anklicken)

(Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Bild: Sonnenscheindauer Jahr 2008, (Quelle: DWD)

Karte zur Sonnenscheindauer des Jahres 2008
(zum Vergrößern die Abbildung bitte anklicken)

(Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Bild: Trockenheitsindex Jahr 2008, (Quelle: DWD)

Trockenheitsindex des Jahres 2008
(zum Vergrößern die Abbildung bitte anklicken)

(Quelle: Deutscher Wetterdienst)



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